Chronik des Jahres 1963


Weltgeschichte

Zwischen den Regierungschefs der USA und der UdSSR wird eine direkte Fernschreibleitung installiert, um in Krisensituationen sofort unmittelbar in Kontakt treten zu können ("Heißer Draht").
Die USA, die UdSSR und Großbritannien unterzeichnen einen Vertrag über den Stop von Atomwaffentests in der Atmosphäre, unter Wasser und im Weltraum (nicht unter der Erde). Außer Frankreich und China treten die meisten Staaten der Erde bei.
Die Bürgerrechtsbewegung gegen die Diskriminierung Schwarzer erlebt in den USA im August mit dem Marsch von 200´000 Demonstranten nach Washington D C einen Höhepunkt. Wortführer der Demonstranten ist Pastor Martin Luther King jr.
Ermordung des US Präsidenten John F. Kennedy am 22.11. in Dallas, Texas. Der angebliche Mörder Lee Harvey Oswald, der nicht geständig ist, wird wenige Tage später von dem hoch krebskranken Barbesitzer Jack Ruby erschossen.
Vizepräsident Lyndon B. Johnson wird neuer US-Präsident.
Der diktatorisch regierende südvietnamesische Präsident Diem verfeindet sich mit den Buddhisten. Diese protestieren mit öffentlichen Selbstverbrennungen. Diem und sein größenwahnsinniger Bruder werden schließlich am 2.11. in einem vermutlich von den USA unterstützten Militärputsch gestürzt und ermordet. Die Auseinandersetzungen mit den Vietcong fordern inzwischen monatlich etwa 10´000 Tote. Die USA haben inzwischen über 16´000 "Militärberater" im Land.
In Zypern bricht ein Bürgerkrieg zwischen der türkischen und der griechischen Bevölkerung aus.


Kunst-, Kultur- und Technikgeschichte

Neuer Papst wird der Italiener Giovanni Battista Montini als Paul VI. (*1897, +1978).

Von Philips wird die Tonbandkassette in den Markt gebracht.
Walentina Tereschkowa-Nikolajewa ist die erste Frau im All. Der erste geostationäre Satellit wird gestartet, und der Amerikaner L.Gordon Cooper umrundet in 34 Std die Erde 22mal. Die Russen haben erstmals zwei bemannte Raumfahrzeuge gleichzeitig im All.
Die erst 1940 entdeckte Höhle von Lascaux wird für die Öffentlichkeit geschlossen, weil die in ihr gefundenen ca 17´000 Jahre alten Felsmalereien unter der Atemfeuchte der Besucher leiden.
08.08.: Der größte Raubüberfall der Geschichte findet beim englischen Glasgow statt, als der Postzug mit militärischer Präzision überfallen und um 2,5 mio Pfund (damals über 28 mio DM) erleichtert wird.

Gestorben: Papst Johannes XXIII. (bürgerl. Angelo Giuseppe Roncalli, *1881); der ehem. Bundespräsident Theodor Heuss (*1884); der Politiker Erich Ollenhauer (*1901); der französische Politiker Robert Schuman (*1886); der Philosoph Eduard Spranger (*1882); der Dichter Jean Cocteau (*1889); der Schriftsteller Aldous Huxley (*1894); der Maler Alexander Gerassimow (*1881); der Maler Georges Braques (*1882); der Komponist Francis Poulenc (*1899); der Schauspieler Gustaf Gründgens (*1899); der Komponist Paul Hindemith (*1895); die Chansonette Edith Piaf (bürgerl. Edith Giovanna Gassion, *1915); der Nationalökonom Adolf Weber (*1876); der Pädagoge Adolf Grimme (*1889); der Stratosphärenforscher Jean Piccard (*1884).


Deutsche Geschichte

Zwischen der BRD und Frankreich wird der Vertrag über eine deutsch-französische Zusammenarbeit unterzeichnet und beendet das über 100 Jahre andauernde Spannungsverhältnis zwischen den beiden Staaten.
Am 1.4. startet das ZDF Zweite Deutsche Fernsehen seinen Sendebetrieb.
Im Rahmen seiner Europareise kommt US-Präsident Kennedy zu einem viertägigen Besuch in die BRD, auf dem er auch Berlin besucht. Seine Grundsatzreden zur Machtverteilung in der Welt finden großen Beifall, sein Verhältnis zur geteilten Stadt faßt er in einen Schlußsatz "Ich bin ein Berliner" zusammen.
In der DDR werden mit dem NÖSPL Neuen Ökonomischen System der Planung und Leitung Wettbewerbsmerkmale in die bisher zentrale Planwirtschaft, jetzt teilweise dezentralisierte eingebaut. Dem fleißigen "Arbeiter und Bauern" winkt jetzt finanzielle Belohnung.
Wie schon während der Regierungskrise Ende 1962 angekündigt, tritt Bundeskanzler Konrad Adenauer zurück zugunsten von Wirtschaftsminister Ludwig Erhard.
Der Berliner Regierende Bürgermeister Willy Brandt handelt mit der Regierung der DDR gegen den Widerstand der Bundesregierung ein Passierscheinabkommen aus, das den Berlinern über die Weihnachtszeit Verwandtenbesuche in West-Ost-Richtung erlaubt.
Nach mehrjährigen Vorbereitungen wird am 20.12. gegen 21 ehemalige Bewacher des Vernichtungslagers und KZ Auschwitz der Prozeß wegen Massenmordes eröffnet.

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